Gipfeltreffen der Wissenschaft auf Schloss Ringberg

Präsidentinnen und Präsidenten der Forschungs- und Forschungsförderorganisationen der G8-Staaten kommen nahe München zu ihrem jährlichen Treffen zusammen

Beim Treffen der Heads of Research Councils auf Ringberg: In der ersten Reihe (v.l.) Philippe Freyssinet (Frankreich), Vladislav Panchenko (Russland), Suzanne Fortier (Kanada), Peter Gruss (Deutschland), Yuichiro Anzai (Japan), Subra Suresh (USA). In der zweiten Reihe (v.l.) Peter Strohschneider (Deutschland), John R. McDougall (Kanada), Luigi Nicolais (Italien), John Womersley (GB), Matthias Kleiner (Deutschland) und Robert-Jan Smits, Generaldirektor bei der EU-Kommission.

Vor welchen Herausforderungen steht Wissenschaft in Zeiten der weltweiten Finanzkrise? Welche Perspektiven gibt es für die internationale Forschungspolitik? Und welche Rolle kommt aufstrebenden Forschungsnationen wie China, Indien oder Brasilien künftig zu? Fragen wie diese beschäftigten Ende Juli die Präsidenten der wichtigsten Forschungsförder- und Forschungsorganisationen der G8-Staaten auf Schloss Ringberg, der Tagungsstätte der MPG hoch über dem Tegernsee. Dort fand das turnusmäßige Treffen der G8-Heads of Research Councils (HORCs) in diesem Jahr statt.

Für MPG-Präsident Peter Gruss ist die zweitägige Zusammenkunft eine wichtige Plattform, um forschungspolitische Fragen globaler Relevanz zu diskutieren: „Erfolgreiche Wissenschaft ist ohne internationale Kooperation nicht denkbar. Deshalb ist es so wichtig, dass wir uns über Trends und gemeinsame Ziele sowie über die forschungspolitischen Entwicklungen in den einzelnen Staaten austauschen."

Auf der Tagesordnung stand unter anderem die Weiterentwicklung des Europäischen Forschungsraums und das dafür zentrale Förderinstrument, das künftige Forschungsrahmenprogramm Horizon 2020. Im Beisein von Robert-Jan Smits, Generaldirektor der Generaldirektion Forschung und Innovation der EU-Kommission, ging es auch darum, wie in strukturschwachen EU-Regionen Exzellenzstrukturen aufgebaut werden können – dargelegt wurde dies beispielhaft am MPG-Modell „Teaming Excellence".

Zudem diskutierte der Kreis Fragen mit globaler Dimension – darunter den Punkt, wie mittels Open Access Forschungsergebnisse künftig zeitnäher öffentlich gemacht und wie internationale Kooperationen und Wettbewerb mit außereuropäischen Akteuren ausgestaltet werden können. Einen konkreten Beitrag dazu lieferte Sibylle Günter, Direktorin am MPI für Plasmaphysik. Sie sprach über den Stand der Fusionsforschung und betonte, wie entscheidend internationale Zusammenarbeit gerade bei der Lösung globaler Herausforderungen wie der Energieversorgung ist.

Weitere Impulse lieferten die zwei Dinner Speakers: Der langjährige Vorstandsvorsitzende der BASF AG Jürgen Hambrecht wies auf die enge Verzahnung von Bevölkerungswachstum und Energiebedarf hin, die keine einfachen Lösungen verspreche und in besonderem Maße die Politik fordere. Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im BMBF, unterstrich auch mit Blick auf diese Herausforderung, wie sehr Wissenschaft Forschungsfreiheit benötige – Freiheit, die die Politik zu gewährleisten habe.

BRO/JE

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